Zum Hören:
Und zum Nachlesen:
Weihnachten naht und man kann es so sagen,
es geht wieder Stress um in all diesen Tagen.
Nichts ist zu spüren von Besinnlichkeit und Nächstenliebe.
Von Oh du Fröhliche, Ihr Kinderlein kommet und Es ist ein Ros‘ entsprungen.
Doch sollte es nicht eigentlich anders sein? Hat es früher nicht anders geklungen?
War da nicht ein mehr an Miteinander und
hat man diese Lieder früher nicht gemeinsam gesungen?
Früher war alles besser, war alles toll,
da war der Opa am 23. schon voll.
Weil er zu jedem Kügelchen ein Congnäcchen kippte,
während die Oma verstohlen am Eierlikör nippte.
Früher da waren wir Kinder und sahen alles durch einen Schleier aus Schneeflocken, Glitzer und Lametta.
Doch war früher wirklich alles besser, alles schöner, alles netter?
Als ich Kind war gab es bereits alles im Überfluss,
zumindest für mich.
Und ich bin in der glücklichen Lage das sagen zu können,
denn ich hab mich nie sorgen müssen um einen gedeckten Tisch.
Hab‘ mich nie fragen müssen, wie das wäre, nicht die Tochter meiner Eltern zu sein, sondern aufgewachsen in einem fremden Land.
Ohne Überfluss, ohne 20 Sorten Butter im Supermarkt,
ohne satt und zufrieden schlafen zu gehen – all das unbekannt.
Ich hab’s wirklich gut erwischt und dafür danke ich an jedem einzelnen Tag.
Doch wie viele Menschen gibt es, denen nichts genug zu sein vermag?
Die alles haben und sich trotzdem noch beklagen.
Die so reich sind, dass sie sich alles kaufen können,
alles, außer Glück, Gesundheit und das, was wirklich zählt im Leben.
Denn es kommt nicht drauf an, was man besitzt,
sondern was man geben kann, geben,
aus vollem Herzen.
Ja – manche Menschen sind so arm,
alles, was sie haben ist Geld.
Alles was sie haben ist das Geld, das für sie zählt,
das sie aber nicht teilen können mit anderen, die es nötig haben.
Da ist kein Platz für Fremde, Andere, für milde Gaben.
Da ist nur Platz für das eigene Ego, das mit vielen Geschenken gestärkt gehört.
Je mehr, desto besser, desto höher, schneller, weiter.
Mehr Geschenke machen einfach jedes Ego so viel breiter.
Doch ist es das, was wirklich zählt,
dass man andere mit seinen Weihnachtswünschen quält?
Oder sollten wir uns nicht aufeinander besinnen
und mehr Zeit mit dem Partner, mit den Kindern verbringen?
Lars Christmas ist plötzlich „BFF“ von allen,
doch statt sich um andere zu kümmern, rennen wir von Geschäft zu Geschäft,
von Christkindlmarkt zu Glüchweinstand, nur um am Ende zu lallen,
„I’m dreaming of a white christmas“ mit möglichst vielen Geschenken unterm Baum.
Willkommen im 21. Jahrhundert, frohe Weihachten…
wohl kaum.
Jetzt male ich hier ganz schön schwarz in der besinnlichen Zeit,
doch in knapp einer Woche ist es wieder soweit,
dann ist er da der Heilige Abend.
Und wir können uns aussuchen, was wir daraus machen.
wird es ein „wer hat das Größte, das Teuerste“
oder wird es ein Fest voller Liebe und Lachen?
Lasst uns für einen Moment inne halten.
Lasst uns Weihnachten einmal so gestalten,
als würde es das Materielle einfach nicht geben,
als käme es einfach nur darauf an zu leben.
Als wäre das Wichtigste – Frieden auf Erden!
Als wäre das Wichtigste Frieden auf Erden?
Eigentlich sollte es nichts Wichtigeres geben.
Wir sollten nicht nach noch mehr Geld und Reichtum streben.
Denn das einzige, das wirklich zählt im Leben,
kann man sich mit Geld nicht kaufen.
Drum lasst uns dieses Weihnachtsfest wieder einmal
durch Kinderaugen seh’n.
Lasst uns mit glänzenden Augen vorm Christbaum stehen.
Lasst uns froh und munter sein,
weil wir froh, gesund und munter sind und weil wir uns haben.
Das ist viel mehr wert, als alle teuren Gaben.
Genießt die Zeit mit all euren Lieben,
mit allen die bei euch sind, die fern sind,
die als Engel in euren Herzen geblieben.
Freut euch am Leben, am Hier und am Jetzt
und freut euch an dem, was so oft unterschätzt:
dass es uns gut geht und wir in Frieden und Freiheit leben.
Mehr kann man uns auch mit viel Geld nicht geben.
Frohe Weihnachten!
Liebe Frau Neulich
Auch Monate später tut das Lesen dieses Gedichts einfach gut.
Es verschifft dich zurück auf den Boden der Tatsachen und du verspürst Dankbarkeit für all das, was dich umgibt.
Danke für deine ehrlichen und weisen Worte.
Liebe Grüße
großer und kleiner Bademantel
Bei dem täglichen Wahnsinn im Internet, wo es scheinbar keinen Anstand mehr gibt und jeder ohne Rücksichtnahme Meinungen als Wahrheit verkaufen möchte. In einer Zeit in der selbst Präsidenten nicht davor zurückschrecken sich auf Twitter die Realität zurechtzubiegen. Ist es einfach nur schön , beruhigend und vor allen sehr interessant Ihren Blog zu lesen liebe Frau Neulich!
Die Fähigkeit oft offensichtliche Dinge, die jeden bewegen in Worte zu fassen und dann noch in so einer fesselnden, angenehmen Form vorzutragen.
Ich kann nur sagen RESPEKT, weiter so!!!
In spannender Erwartung auf Ihren nächsten Beitrag
Zwei Ihrer größten Fan’s
Ganz herzlichen Dank!
Danke das du immer deine Worte und Gedanken mit uns teilst.
Dein größter Fanclub „die Familie“.
PS.:Meiner liebsten Frau Neulich ein glückliches Fest in der Ferne.