Weihnachten und Silvester sind vorüber und das neue Jahr ist schon wieder einige Tage alt. Das Weihnachtsfest zu Hause hat wieder alle Erwartungen erfüllt und Silvester wurde im kleinen Kreis gefeiert. Und wie das immer so ist mit den Feiertagen wurde reichlich gegessen und getrunken. Aus dem Grund haben Frau von Neulich und ich die Fastenzeit seit einigen Jahren vorverlegt. Seit dem 2. Jänner (am 1. muss man ja immer noch die Reste vom Racelette vernichten) heißt es bei uns wieder: kein Fleisch, keine Süßigkeiten, kein Kaffee und keinen Alkohol.
Wenn man so wie wir nun auch noch 8-10 Tage Heilfasten einlegt, dann hat das Ganze auch noch eine wohltuende, reinigende Wirkung. Und wenn man dann zusätzlich in der Freizeit auch noch möglichst auf elektrische Geräte wie TV und Handy verzichtet, dann…
…fragt man sich, was eigentlich noch übrig bleibt 🙂 Nein, aber mal im Ernst – so ein Fasten, egal in welchem Ausmaß, tut schon gut. Ob es jetzt dazu dient, die überflüssigen Pfunde des Festags(fr)essens wieder los zu werden oder ob man sich einfach einmal selbst testen möchte, ob man es schafft 31 Tage lang auf etwas zu verzichten, ich kann es jedem nur empfehlen.
Verzichtet man auf bestimmte Lebensmittel oder – wie beim Heilfasten – generell auf so gut wie das komplette Essen, merkt man danach wieder einmal, welch ein Genuss ein einfaches Butterbrot, ein Stück Käse oder ein Apfel sein kann. Man isst wieder viel bewusster und merkt auch, mit wie wenig man eigentlich auskommt.
Verzichtet man auf fernsehen und surft nicht permanent am Handy im Internet, hat man auf einmal unglaublich viel freie Zeit. Zeit, um wieder einmal in Ruhe ein gutes Buch zu lesen. Wie schön das ist, wenn man nicht nur vor dem Schlafen gehen 3 Seiten lesen kann, sondern einmal ein halbes Buch am Stück. Man hat auch Zeit für viele andere Dinge, die man gerne tun würde, die aber meist dem „bequem auf der Couch liegen“ hinten angestellt werden. Einmal wieder in der tief verschneiten Landschaft spazieren gehen. Musizieren. Ins Theater gehen. Interessante Gespräche mit echten Menschen führen (nicht über Facebook oder WhatsApp)…
Verzichten zeigt einem auch wieder einmal, wie gut es uns eigentlich geht. Wenn ich am 8. Heilfastentag die recht dünne, geschmacksneutrale Suppe nicht mehr so richtig essen mag, denke ich mir, dass es viele Menschen gibt, die noch nicht einmal das haben. Und dass es mir extrem gut geht, dass ich mir das selbst aussuchen kann, wenig zu essen, selbst bestimmen kann, wie lange diese Zeit andauern wird und jederzeit in einen Supermarkt gehen kann, in dem es alles gibt, was man sich wünschen kann. Das ist schon ein Paradies, in dem wir leben, auch wenn wir das viel zu selten registrieren. Aber all das wird einem beim Fasten wieder einmal bewusst. Neulich. Nach den Feiertagen.